Furcht und Elend des Dritten Reiches
Bertolt Brecht
Suhrkamp (1979)
In Sammlung
#366
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Bühne & Theater, Historie, Literatur
Taschenbuch 9783518003923
Deutschland  Deutsch
Bertolt Brecht schrieb dieses Drama in den Jahren des Exils. In 24 Szenen wird der Alltag und das Innenleben der NS-Zeit gezeigt. Brecht betreibt Heerschau, er zeigt den Zustand des Volkes, daß sich unter der Fahne Hitlers versammelt hat. Machtbesessene SS-Offiziere, Denunzianten, die aufgrund ihrer Schuld "schlecht schlafen", SA-Leute, Häftlinge des Konzentrationslager Esterwege, die das Moorsoldatenlied singen und gewalttätige Lagerwächter treten auf. Richter, die nach der Devise "Recht ist was dem deutschen Volke nützt" handeln und die solange arbeiten, bis "das ganze Volk sitzt" sowie Ärzte, die geschundenen Häftlingen aus dem KZ Oranienburg höhnisch "Berufskrankheit" attestieren, zeigen den katastrophalen Zustand dieser Berufsgruppen. Physiker betreiben eine "arisch gesichtige genehmigte deutsche Physik", eine jüdische Frau nimmt von ihrem Mann Abschied, da arisch-jüdische Lebensgemeinschaften verboten sind. Eltern haben Angst, von ihren Kindern verraten zu werden, Witwen und Weisen leben in erbärmlichen Verhältnissen, Folteropfer treten auf und die Verfolgung von Christen wird thematisiert. Die Szenen geben ein Bild von der elenden Wirklichkeit einzelner Berufsgruppen sowie vom Schicksal von Einzelpersonen. Die Szenen spielen von 1933-38 in verschiedenen Städten und zeigen auf diese Weise den Zustand im ganzen Land und verstärken die Allgemeingültigkeit der Aussage. Dies wird dadurch unterstrichen, daß nur die KZ-Häftlinge Namen besitzen, alle anderen Charaktere aber namenlos bleiben und nur durch ihre Berufe oder familiären Beziehungen bezeichnet werden. Dieses Drama ist ein beeindruckendes Dokument dieser Zeit.
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Seitenanzahl 124
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Notizen
Bertolt Brecht (auch Bert Brecht; gebürtig Eugen Berthold Friedrich Brecht; * 10. Februar 1898 in Augsburg; † 14. August 1956 in Ost-Berlin) war ein einflussreicher deutscher Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts. Seine Werke werden weltweit aufgeführt. Brecht hat das epische Theater beziehungsweise „dialektische Theater“ begründet und umgesetzt.